Für Ernstfall nicht gerüstet: Deutschland hat keine öffentlichen Schutzbunker mehr

Vor rund einem Jahr sorgte das neue Zivilschutzkonzept der Bundesregierung für Aufregung und Hamsterkäufe in Deutschland. In Anbetracht der aktuellen Debatte um eine mögliche nukleare Bedrohung durch Nordkorea scheint die Notwendigkeit dieses Konzepts wieder aktuell zu sein.

Darin rät die Bundesregierung Bürgern unter anderem, sich mit Grundnahrungsmitteln auszustatten – eben beispielsweise für den unwahrscheinlichen Fall eines Kriegs oder einer atomaren Bedrohung. Seit die aktuellen Drohgebärden zwischen den USA und NordkoreaErinnerungen an den Kalten Krieg wach werden lassen, kommt auch in Deutschland wieder die Frage nach Schutz der Zivilbevölkerung auf.

Wie die „Welt“ auf Anfrage vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe erfahren haben will, gebe es in Deutschland keine funktionsfähigen öffentlichen Schutzbunker mehr. Die etwa 1000 Anlagen, die noch existierten, würden nicht mehr gewartet werden und seien nicht funktionsfähig. Während in der Schweiz Schutzbunker mehr Raum für Menschen bieten, als das Alpenland Einwohner hat, existieren in Deutschland lediglich private funktionsfähige Bunker. Eine genaue Zahl der Anlagen gebe es nicht.

„Im Fall eines Atomkriegs stellt sich die Frage des Schutzes nicht mehr“

Nicht ohne Grund hat Deutschland seit dem Ende des Kalten Kriegs die Instandhaltung öffentlicher Schutzbunker zurückgefahren und schließlich eingestellt: Eine vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Auftrag gegebene Studie aus dem Jahr 2015 ergab, dass ein klassisch konventioneller Krieg in Deutschland oder ein globaler Nuklearkrieg kurz- oder mittelfristig nicht stattfinden werde – weshalb Schutzräume redundant würden.

Käme es tatsächlich zu einer nuklearen Auseinandersetzung, wäre das Ausmaß der Katastrophe sowieso so groß, „dass sich die Frage des Bevölkerungsschutzes nicht mehr stellten dürfte“, zitiert die Welt aus der Studie

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