Jede Woche werden in Deutschland 20.000 Mücken freigelassen – Das ist der kuriose Grund

  • In Heidelberg werden wöchentlich 20.000 Mücken freigelassen
  • Die Schädlinge sollen sich dadurch nicht vermehren – im Gegenteil!

Heidelberg.  Jede Woche werden in Süddeutschland 20.000 Mücken freigelassen. Doch mithilfe dieser Aktion sollen sich die Schädlinge nicht etwa vermehren. Indem ihr Erbgut radioaktiv verseucht wird, sollen sie vielmehr daran gehindert werden, Nachkommen zu produzieren.

Diese Methode werde im Kreis Heidelberg bei der sogenannten Ägyptischen Tigermücke angewandt, berichtete die „Technology Review“. Bisher kommen Tigermücken in Deutschland nur vereinzelt vor. Sie werden mit Lastwagen aus Südeuropa ins Land gebracht – die Mücken können lebensgefährliche Krankheiten wie Denguefieber übertragen.

Ausrottung der Mücken gelang bisher nicht

Nun werden in Heidelberg jede Woche Tausende radioaktiv geschädigte Mücken-Männchen ausgesetzt. Wenn diese sich mit wild lebenden Weibchen paaren, stirbt der Nachwuchs. Die Methode der radioaktiven Schädigung der Schädlinge gibt es bereits seit 50 Jahren.

Das Problem dabei: Die radioaktiv belasteten Männchen sind nicht so fit wie ihre frei lebenden Artgenossen. Daher bevorzugen die Weibchen die gesunden Männchen bei der Paarung. Die Kampagne in Heidelberg versucht das durch die reine Masse an verseuchten Mücken wettzumachen: Auf ein wild lebendes Männchen kommen zehn aus dem Labor. Doch das Ergebnis der Schädlingsbekämpfung ist ungewiss – eine Ausrottung der Mücken gelang bisher nicht. (leve)

derwesten