Zu Asche, zu Staub, zum Hype

Überall „Babylon Berlin“. Manche nervt’s, viele freut’s. Das Interesse an den 1920er-Jahren entfaltet Opulenz, zum Beispiel in einem Band mit fabelhaften Illustrationen.

Geschlafen wird nicht. Dafür ist keine Zeit, schließlich dauert es nicht mehr lang, bis der Wind des Grauens alles verweht. Ob die Menschen der Weimarer Republik ahnten, was sie erwartet? Ob sie darum so viel in diese Zeit hineinstopften? Zwischen Philipp Scheidemanns Auftritt auf dem Westbalkon des Reichstagsgebäudes am 9. November 1918 und dem Aufmarsch der Nationalsozialisten bei der Machtübernahme am 30. Januar 1933 liegen nur vierzehn Jahre. Vierzehn Jahre, in denen Berlin mit seinen damals mehr als vier Millionen Einwohnern nicht nur die Hauptstadt der Weimarer Republik, sondern das Zentrum Europas darstellte, eine schillernde, vor Hoch-, Gegen- und Offkultur berstende Metropole, in der man nicht ins Bett ging, weil man entweder keins hatte oder durchfeiern wollte, oder beides.

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